Die Schenefelder Beete wollen als gemeinnütziger Verein
Schenefeld zur Essbaren Stadt machen. Dafür stellt uns die Stadt
Schenefeld seit 2017 nach und nach immer mehr Flächen zur
Verfügung. Unser Projekt „Schenefelder Beete macht Schule“
begann vor zwei Jahren mit zwei Grundschulklassen der
Gorch-Fock-Schule auf einer 100 qm großen Fläche mitten in
Schenefeld. Das Projekt war so erfolgreich, dass wir auch für die
Grundschule Altgemeinde im letzten Jahr, trotz Corona, eine 150 qm
große Fläche vorbereiten konnten, sodass wir mit einem ganzen
Jahrgang gärtnern können. Die Saison geht von Ostern bis Ostern
und umfasst ein ganzes Gartenjahr. Um auch an der Gorch-Fock-Schule
mit einem ganzen Jahrgang gärtnern zu können, ist geplant, bis
2022 eine weitere Fläche vorzubereiten, auf der dann insgesamt 8
Schulklassen und damit alle Kinder der zweiten Klasse in Schenefeld
an dem Projekt teilnehmen können. Diese drei Flächen, werden von
engagierten Mitgliedern des Vereines betreut. „Schenefelder Beete
macht Schule“ ist mehr als „Garten-Projekt“. Auf zurzeit 250
qm Ackerfläche gärtnern wir im Rahmen von regenerativer
Landwirtschaft ökologisch. Vom Einsähen bis zum Genuss des
Gemüses haben wir in einem ganzen Jahr von Ostern bis Ostern im
Klassenverbund gegärtnert, als Unterrichtseinheit. Es beginnt
damit, dass jeweils zwei Kinder als Team mit einer
Doppel-Grabegabel den Boden auflockern. Die Kinder helfen mit, die
Jungpflanzen vorzuziehen und sähen Saatgut von alten Sorten direkt
in den Beeten aus. Mit dem wassersparenden Setzen der Jungpflanzen
läuft das Gartenjahr an. Wir mulchen die Beete oder sähn
gemeinsam Gründüngung ein. Jede Woche beobachten wir mit den
Kindern, wie die Pflanzen sich entwickelt haben. Einige Pflanzen
können erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden, und nach den
ersten Ernte können wir die Lücken mit späteren Pflanzen
füllen. Die Kinder lernen, die Pflanzen zu pflegen, indem sie z.B.
unter Anleitung die Tomaten hochbinden und Triebe ausgeizen. In
jeder Unterrichtsstunde beobachten wir außerdem die Tierwelt. Wo
leben der Regenwurm, der Ohrenkneifer und die Blattlaus? Was ist
ein Nützling, was ein Schädling? Und wieso regelt die gesunde
Natur, die wir am Acker schaffen, das von allein? Mitglieder des
Vereins gestalten die Stunden in Zusammenarbeit mit den
Lehrkräften. Neu ist in diesem Jahr die Bepflanzung der
Beetränder mit einer großen Vielfalt von Beerensträuchern und
Obstbäumen. Diese Anpflanzungen verbessern nicht nur das
Mikroklima auf den Beeten, und bieten Insekten und Vögeln Nahrung
– außerdem ist ein weiterer Lernort für die Kinder entstanden.
Hier lernen sie unter fachkundiger Anleitung die Pflege der
Gehölze, aber auch die Vielfalt und Saisonalität der Ernte. Von
Maul-, Johannis- & Himbeeren, alten Apfel-, Birnen- und
Kernobstsorten bis zur Felsenbirne haben wir 120 Bäume und Büsche
an den Beeten gepflanzt. Neben vielen Aspekten der Bildung für
Nachhaltige Entwicklung, wie zum Beispiel deren sparsame Umgang mit
Wasser, bietet der Acker auch beim Thema Mathematik viele
Möglichkeiten. Die Kinder zählen die geernteten Früchte, wiegen
und messen sie. Beim Maiskolben lernen die Kinder eindrucksvoll die
Vorteile des Multiplizierens kennen. Gruppenarbeit ist in den
Beeten selbstverständlich. Und beim Tun tauchen Fragen von ganz
allein auf wie: „Gibt es bei den Pflanzen auch Frauen und
Männer?“ Das hat schon zu der philosophischen Frage geführt:
„Warum gibt es mich?“. In der Klimakrise ist eine andere Art
der Ernährung, aber auch der Erzeugung der Lebensmittel nötig.
Die Kinder lernen sie am Acker ganzheitlich. Die Schulleiterin der
Grundschule Altgemeinde sagte dazu: „Wir können ein halbes Jahr
über gesunde Ernährung reden und haben lange nicht so gute und
nachhaltige Ergebnisse wie durch das Gärtnern.“ Und wenn man die
Kinder am Acker rohe Rote Beete, Mangold und Kapuzinerkresseblüten
essen sieht, glaubt man das sofort.