Lehm ist ein ungiftiges, natürliches Material. Das Naturprodukt
bietet die Möglichkeit mit Händen und Füßen berührt und
verarbeitet zu werden. Es fördert die Kreativität, den
Gestaltungswillen, den wertschätzenden Umgang mit Ressourcen und
das Bewusstsein für Natur und Umwelt. Viele Kinder mit
unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen erfahren das
Lehmhaus als Anlaufstelle, Treffpunkt und Gestaltungsraum. So
ermöglichen wir unseren Kita Kindern eine Rückzugsmöglichkeit,
nicht nur im warmen Sommer, sondern auch im Winter. Mit dem
Lehmhaus bieten wir unseren Kindern aber nicht nur einen positiven
Bildungsraum, sondern vielmehr den Zugang zur Welt. Zu ihrer Welt,
in der sie leben, die Natur und ihre Zusammenhänge und all die
vielen Erfahrungen, die sie machen müssen um Ressourcenorientiert
und Wertschätzend mit unserem Lebensraum umgehen zu können.
Ökologische Bildung in der Kita ist spielerische Umwelterziehung.
Wenn wir heute nichts tun, werden wir morgen wie gestern leben. So
sagte es schon Henry Ford. In unserem Lehmhaus könnten die Kinder
auch an kalten Wintertagen das Außengelände genießen. Und nicht
nur dass! Der Lebensraum der Kinder wird erweitert durch ein Haus,
das vom Klima, von der Wärmestruktur und vom Geruch noch einmal
ganz anders auf sie einwirkt. Eine weitere Lern- und
Bildungserfahrung kann gemacht werden. Nicht zuletzt aus diesem
Grund ergibt es Sinn, dass die ökologische Bildung zum festen
Bestandteil unserer Kita geworden ist. Dieser Bereich soll durch
das Lehmhaus eine hohe Bildungsqualität erhalten. Ein weiterer
wesentlicher Aspekt in der ökologischen Bildung von Kindern ist,
dass ihnen klar werden muss, dass wir keine Alternative zu unserem
Wohn-, und Lebensraum Erde / Natur haben. Wir besitzen keinen
Alternativplaneten. Um unser Überleben zu sichern, müssen wir
deshalb mit den Ressourcen zurechtkommen, die der Planet Erde uns
liefert. Umweltbewusstsein spielt hier eine wichtige Rolle. Wir
können das Umweltbewusstsein also gar nicht früh genug stärken,
schon bei den Kleinsten. Ein Bewusstsein für die Umwelt
beziehungsweise das Klima sichert unser Überleben und stärkt die
Bindung zur Natur. In unserem Außengelände befinden sich zwei
Hochbeete, die jedes Jahr bepflanzt, gegossen und geerntet werden.
Diesen Prozess begleiten wir, als pädagogische Fachkräfte mit den
Kindern. Ernährung ist ein weiterer wichtiger Baustein für die
Kinder, um zu erfahren: was brauche ich alles, um Gemüse/Obst
einpflanzen/einzusäen, zu pflegen und anschließend zu ernten? Was
gibt es für Gemüse/Obst? Was mag ich gerne – was eher
nicht?
Wenn Kinder den ganzen Prozess der Nahrungskette mit verfolgen und
begleiten, sind sie probierfreudiger, als wenn wir diese
Lebensmittel kaufen. Damit wir einen ruhigen und ortsnahen Raum
für die Weiterverarbeitung haben, egal welche Wetterlage aktuell
ist, wäre ein Lehmhaus vorteilhaft.